Gruppenausstellung, Velika Gorica/Kroatien:
Weiß, Gelb, Blau und Schwarz, ein Zufall und ein Objekt.

White, Yellow, Blue... @ Galerija Galzenica

Also auch die Abstrakten Bilder sollen einen Inhalt transportieren? /// Ja. /// Sie sind nicht Negation von Inhalt, nicht Faktizität der Malerei, keine ironische Paraphrase auf Gegenwartsexpressionismus? /// Nein. /// Keine gestische Abstraktion? Keine Ironie? /// Nie! Was fragst du da für Sachen?
— Gerhard Richter im Interview mit Benjamin Buchloh

Reduktion in Struktur, Material und Raum; Farbe als Artikulation ihrer selbst, losgelöst von jeglicher Interpretation, kontextunabhängig – autonom? Wird Monochromie als substanziellste Form der Abstraktion betrachtet, so sind die ihr seit langem verpflichteten Denkprozesse non-figurativer und non-repräsentativer Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst auch im Zeitalter des digitalen Bildes bei weitem noch nicht abgeschlossen. Im Unterschied zur modernistischen Kunst des 20. Jahrhunderts hingegen löst sich die der Autonomie verpflichtete Idee des “reinen” Mediums zugunsten medialer Mischformen zusehends auf: “Diese postmediale Bedingung macht jedoch die Eigenwelten der Apparatewelt, die intrinsischen Eigenschaften der Medienwelt nicht überflüssig. Sondern im Gegenteil, die Spezifizität, die Eigenweltlichkeit der Medien, wird immer mehr ausdifferenziert.” [1] Fragen danach, wie die mediale Beschaffenheit eines digitalen Bildes seine Erscheinungsweise determiniert, wie das Internet als Kommunikationswerkzeug für künstlerische Ausdrucksformen im Anschluss an kunsthistorische Vorläufer genutzt und an welche unterschiedlichen Lesearten es von seinen BenutzerInnen gebunden wird weisen darauf hin, dass “eine Reflexion dieser Verfasstheit nicht Selbstzweck, sondern bestenfalls implizite Selbstverständlichkeit” [2] ist.

Die Ausstellung Weiß, Gelb, Blau und Schwarz, ein Zufall und ein Objekt. zeigt acht internationale Positionen Internet-basierter Kunst, die der Monochromie als formales Prinzip verpflichtet sind, jedoch den ideologischen Bestrebungen der frühen künstlerischen Avantgarden nicht verhaftet bleiben. Implizite Fragen nach der Dekonstruktion des digitalen Bildes mittels Text(code) sowie explizite nach Auswegen aus der “Krise der Repräsentation” angesichts der vorherrschenden Bilderflut stehen im Zentrum der abstrakten Kunstwerke, die gleichsam als Kunst über abstrakte Kunst gelesen werden können. Im Unterschied zu den Präsentationsmodi monochromer Malerei wird die “Flächigkeit” [3], die hier durch Bildschirm und Browser begrenzt ist, nicht als Grenze des Werks verstanden. Im Gegenteil, das Display der Ausstellung fordert die BetrachterInnen dazu auf, die Kunstwerke über den Ausstellungsraum hinaus zu verfolgen und diesen zugunsten weiterführender Kontexte hinter sich zu lassen. Ihr politisches Moment entfaltet sich sowohl im Verweis auf sozio-kulturelle Zusammenhänge als auch in der Rezeption. Im Mittelpunkt steht dabei das Material, das nicht nur Existenzbedingung, sondern auch ein komplexes System medialer und gesellschaftlicher Referenzen und Implikationen ist. Zwischen Ikonoklasmus und Bilderflut, zwischen Autonomie und neuen Formen der Repräsentation muss sich insbesondere das digitale Bild neu positionieren, indem es durch Selbstreflexion mehr und mehr über sich selbst hinaus verweist.

Ziel der Ausstellung Weiß, Gelb, Blau und Schwarz, ein Zufall und ein Objekt. ist es, sowohl die inhaltlichen als auch die formalen Bedingungen monochromer Kunstwerke gleichermaßen zu präsentieren. Diese beiden unmittelbar miteinander verwobenen Ebenen äußern ihre wechselseitige Beziehung erst im “Spannungsverhältnis, in das Darstellung und Dargestelltes, Material und Bedeutung im Prozess der Betrachtung geraten. (…) Beim Betrachten von Kunst wird im Gegenteil unklar, was eigentlich der Inhalt einer Arbeit ist bzw. was durch sie eigentlich dargestellt wird.” [4] Daraus resultiert in der Wahrnehmung der BetrachterInnen ein Oszillieren zwischen Kunstwerk, Ausstellungsdisplay und medialen Referenzen, das seine politische Dimension im feinstofflichen Bereich des Raum- und Zeitkontinuums entfaltet: Erst wenn ein Spannungszustand zwischen Kunst und Politik entsteht, “indem die eine die andere weder repräsentiert noch instrumentalisiert, erst dann ist die Voraussetzung für ein allmähliches Politisch-Werden der Kunst gegeben. Dieses Politisch-Werden beruht also zuallererst darauf, dass der sinnlichen Welt bzw. dem Arrangement des Ausgangsmaterials anders begegnet wird, als dies herkömmliche politische Kategorien nahe legen würden.” [5] – Autonomie im Hier und Jetzt der Betrachtung.

In diesem Kontext führen The White Website (2002) und The Black Website (2002) von UBERMORGEN.COM modernistische Tendenzen in einem digitalen Umfeld weiter fort. Die weiße bzw. schwarze monochrome Fläche der Websites des KünstlerInnen-Duos wird um einen Text von Hans Ulrich Obrist erweitert, der sprachlich unterstreicht, was am Computerbildschirm mit den Mitteln der bildenden Kunst dargestellt wird: “Um ihre Bedeutung gegenüber den Wissenschaften und ihren Verfahren der Bildproduktion aufrechtzuerhalten, muss Kunst nach einer Position Ausschau halten, die über die Krise der Repräsentation und den Bilderstreit hinausgeht und direkt auf die blinden Flecken von schwarzem Schwarz und Weiß abzielt.”

In Referenz auf Kasimir Malevichs Das Schwarze Quadrat (1913) und das weiße Quadrat (Suprematist Composition: White on White, 1918) überträgt Michael Kargl reduktionistische Formen auf das Phänomen der Technik- und Wissenschaftshörigkeit: Mit webzen (2009) verweist der Künstler nicht nur auf Nam June Paik, einen der Urväter medialer Kunstformen, sondern paraphrasiert auch spirituell motivierte Techniken mittels Meditation über den dem Kunstwerk zugrunde liegenden Programmcode. Charles Broskoski hingegen bedient sich autogenerativer Methoden, um seine persönliche Reflexion über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Internet in einen kollektiven, partizipatorischen Prozess zu verwandeln: Let’s Turn This Fucking Website Yellow .com (2007-2008) lautete der Titel seiner Website und ist zugleich künstlerische Handlungsanweisung, um eine schwarze in eine gelb monochrome Fläche zu verwandeln. Die Verantwortung über diesen zeitbasierten Prozess überlässt der Künstler dabei zur Gänze dem Netzwerk.

Mit Blue Monochrome .com (2008) äußert Jan Robert Leegte Repräsentations-kritik, indem er sich der Fülle frei zugänglichen Bildmaterials im World Wide Web bedient. Die einfache Geste eine Zooms auf den Pazifischen Ozean mittels Google-Earth mündet hier aber nicht nur in einen Blick auf das Readymade einer blauen, reliefartig anmutenden Wasseroberfläche, sondern wirft ebenso einen Blick auf die Ökonomien zeitgenössischer Informationshierarchien. Die Farbe Blau – das kunsthistorisch und farbtechnisch eindeutig zuordenbare Internationale Klein Blau – ist ebenso Ausgangspunkt für Ryan Barones International Klein Blue (Google Monochromes) (2008). Mit dem endlosen Changieren zwischen elf Variationen ein und desselben – vermeintlich standardisierten – Farbtons, die aus einer Google-Suche resultieren, widerlegt der Künstler die Annahme, dass Kategorien wie Originalität und Authentizität als Parameter für die Bestimmung von digitaler Kunst gelten.

Vom beliebigen Erscheinungsbild hexadezimaler Farbcodes geht auch Reynald Drouhins Spiel mit der Ortsgebundenheit des virtuellen Raums aus. Indem er sich willentlich über die Entscheidungsfreiheit der UserInnen hinwegsetzt, generiert er mit IP Monochrome (2006) aus den Daten über den Standort des jeweiligen Computers Farbflächen, die als Repräsentanten für den realen Kontext gelesen werden können. Als Materialisierung des Virtuellen im realen Raum ist auch Michael Kargls Computerobjekt all you can see (2008) zu verstehen. Alle der knapp 17 Millionen – theoretisch möglichen – Farben, die jeder beliebige Computerbildschirm darzustellen vermag, breitet der Künstler in einem achttägig andauernden Prozess linear von Schwarz zu Weiß aus: Farbe für Farbe, Fläche für Fläche, Code für Code führt er die Wahrnehmung zum Nullpunkt.

Quellen:
[1] Vgl. Weibel, Peter: Postmediale Kondition (Ausstellung im Rahmen der Kunstmesse Arco, Centro Cultural Conde Duque, Madrid), 2006, URL: http://vmk.zhdk.ch/flz/postmediale_kondition_weibel.pdf
[2] Röbl, Marie: Abstrakte Erb- und Patenschaft. Streiflichter auf Hintergründe, Kategorien und Raster, in: Pfaffenbichler, Norbert und Droschl, Sandro (Hg.): Abstraction Now (Ausstellungskatalog, Künstlerhaus, Wien) 2004, S. 36, URL: www.abstraction-now.net/catalogue/ABSTRACTION-NOW-DE.pdf
[3] Greenberg, Clement: Modernistische Malerei, in: Harrison, Charles und Wood, Paul (Hg.): Kunsttheorie im 20. Jahrhundert. Künstlerschriften, Kunstkritik, Kunstphilosophie, Manifeste, Statements, Interviews, Hatje Cantz: Ostfildern-Ruit, Band II, 2003, S. 931-937
[4] Rebentisch, Juliane: Zur Aktualität ästhetischer Autonomie. Juliane Rebentisch im Gespräch mit Loretta Fahrenholz und Hans-Christian Lotz, in: Huber, Tobias und Steinweg, Marcus (Hg.): Inästhetik. Theses on Contemporary Art, Diaphanes, Zürich/Berlin, 2008, S. 116
[5] Höller, Christian: Ästhetischer Dissens – Überlegungen zum Politisch-Werden der Kunst, in: Saxenhuber, Hedwig: Kunst + Politik. Aus der Sammlung der Stadt Wien, Springer, Wien/New York, 2008, S. 190

UBERMORGEN.COM, The White Website (2002)

UBERMORGEN.COM
The White Website (2002) | Webseite
www.ubermorgen.com/THE_WHITE_WEBSITE

The White Website (2002) von UBERMORGEN.COM referenziert auf die Krise der Repräsentation, die mit dem Einzug der Fotografie in die bildende Kunst ihren Anfang nahm. Hans Ulrich Obrists Text On the Iconoclasm of Modern Art, der sich automatisch als Popup-Fenster öffnet sobald die Seite aktiviert wird, setzt Kunstgeschichte da fort, wo “das materialgebundene und objektverhaftete Paradigma (…) durch die Einsicht in die sprachliche Natur jeglichen künstlerischen Ausdrucks ersetzt (wird)” – oder in einem zusätzlichen, im Quelltext integrierten Text von Paulo Herkenhoff und im virtuellen, flüchtigen Weiß.

Biografie — Lizvlx, geb. 1973 in Linz/AT, lebt und arbeitet in Wien/AT und St. Moritz/CH | Gründungsmitglied von 194.152.164.137 und UBERMORGEN.COM | Ausstellungen (Auswahl): NiMK, Amsterdam/NL; City Gallery, Ljubljana/SL; CCA, Tel Aviv/IL; Eyebeam, New York/US; HMKV, Dortmund/DE

Biografie — Hans Bernhard, geb. 1971 in New Haven/CT/US, lebt und arbeitet in Wien/AT und St. Moritz/CH | Studium an der Universität für angewandte Kunst, Wien/AT (Visuelle Mediengestaltung), Gründungsmitglied von the etoy.CORPORATION und UBERMORGEN.COM | Ausstellungen (Auswahl): NiMK, Amsterdam/NL; City Gallery, Ljubljana/SL; CCA, Tel Aviv/IL; Eyebeam, New York/US; HMKV, Dortmund/DE

Michael Kargl, webzen (2009)

Michael Kargl
webzen (2009) | Webseite
http://michaelkargl.com/webzen/

Untitled Document – kein Titel, kein Inhalt, keine Gestaltung und dennoch: Michael Kargls Website webzen (2009) erfordert äußerste Konzentration, wenn herkömmliches Browsen durch den Besuch dieser Adresse harsch unterbrochen wird. webzen ist der Versuch, begriffliches Denken abzulegen, das Leben als vollkommene Kunst der Selbstvergessenheit zu fassen und die Wirklichkeit jenseits von Dualität und Logik sowie jenseits von Raum und Zeit zu erfahren. webzen will sich selbst mittels Meditation über die grundlegenden Formeln des Quellcodes überwinden: html, head, title, body – System, Geist, Begriff, Körper. Überwindung wäre aber nur dann möglich gewesen, hätte die Seite niemals existiert.

Biografie — Michael Kargl, geb. 1975 in Hall/AT, lebt und arbeitet in Wien/AT | Studium an der Universität Mozarteum Salzburg/AT (Bildhauerei) | Ausstellungen (Auswahl): On Gaps and Silent Documents, STUK arts centre, Leuven/DK (2010), Quasi dasselbe…? Diskurse mit poetischer Funktion, Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft, Innsbruck/AT (2010), Interzone/Economy, Galerija Galzenica, Velika Gorica/HR (2009), anti-bodies, Art & Social Technologies Research, Plymouth/GB (2009), Paraflows – Utopia, MAK-Gegenwartskunst-depot, Wien/AT (2008)

Charles Broskoski, Let’s Turn This Fucking Website Yellow .com (2007-2008)

Charles Broskoski
Let’s Turn This Fucking Website Yellow .com (2007-2008) | Webseite
http://letsturnthisfuckingwebsiteyellow.com

Monochromie als Ergebnis eines partizipatorischen Prozesses: Im September 2007 ging Charles Broskoskis gänzlich weiße Website mit dem Titel Let’s Turn This Fucking Website Yellow .com (2007-2008) online. Bestehend aus einer Adresse (URL), die gleichzeitig Aufforderung zur Handlung ist, und einer einzigen Index-Seite wurde sie als kollaboratives Experiment angelegt, dessen Zweck es war, pro Klick ein gelbes Pixel zu erhalten. Jedes Aufrufen der Seite, jeder Reload ließ die annavigierte Fläche unweigerlich um einen Bildpunkt gelber werden. Am 9. März 2008, also rund sieben Monate nach Veröffentlichung, war das Experiment gelungen und der Prozess abgeschlossen: “Thank You.”

Biografie — Charles Broskoski, geb. 1982 in Texas/US, lebt und arbeitet in New York/NY/US | Studium an The New School, New York/NY/US | Ausstellungen (Auswahl): Multiplex, peer to space, München/DE (2010), Better Brain, The Future Gallery, Berlin/DE (2010), Argot, Plan B, Amsterdam/NL (2009), As Small As It Gets, Gallery Art Since The Summer of ’69, New York/NY/US (2009), endless pot of gold cd-rs, Sundance Film Festival, Park City, Utah/US (2009)

Jan Robert Leegte, Blue Monochrome .com (2008)

Jan Robert Leegte
Blue Monochrome .com (2008) | Webseite
http://bluemonochrome.com

Längengrad, Breitengrad, Fokus, Destination: Pazifischer Ozean. Jan Robert Leegtes Blue Monochrome .com (2008) bedient sich der Werkzeuge von Google-Earth, um Satellitenbilder der Wasseroberfläche des Globus als Readymades einzusetzen. Geographische Koordinaten werden mit jenen einer Website in Verbindung gesetzt, der reale Raum wird mit dem virtuellen assoziiert, der Titel des Kunstwerks repräsentiert sprachlich, was im Bild zu sehen ist: eine granulierte blaue Fläche mit der Illusion von minimalen Erhebungen, die unmittelbar an dickes Acryl auf einer Leinwand denken lässt. Ein Blick auf die Welt, gemessen an Googles Blick auf die Welt.

Biografie — Jan Robert Leegte, geb. 1973, lebt und arbeitet in Amsterdam/NL | Studium an der Willem de Kooning Akademie, Rotterdam/NL (bildende Kunst), Studium an der Universität Delft/NL (Architektur) | Ausstellungen (Auswahl): Contemporary Semantics Beta (A delicious day), Arti et Amicitiae, Amsterdam/NL; Jan Robert Leegte, HBgalerie, Rotterdam/NL; Route du Nord – Zwaanshals Galleryroute, HB Galerie, Rotterdam/NL; Unfinished Business / Dutch Abstracts, Kunstverein Medienturm, Graz/AT, Under the Surface, RC de Ruimte, IJmuiden/NL; Wilde Metafysica, Kunsthuis SYB, Beetsterzwaag/NL; Cleotronics 08, ACAF, Alexandria/Egypt; Hello, Goodbye, Nieuwe Video, Haarlem/NL; Plastic, The White Hotel, Brussels/BE

Ryan Barone, International Klein Blue (Google Monochromes) (2008)

Ryan Barone
International Klein Blue (Google Monochromes) (2008) | Webseite
www.ryanbarone.com/international-klein-blue-google-monochromes.html

Yves Kleins Patent auf das ‘Internationale Klein Blau’ (IKB, =PB29, =CI 77007), das sich der französische Künstler in den 1950er Jahren sicherte, scheint im Internet keine Gültigkeit mehr zu haben. Ryan Barones International Klein Blue (Google Monochromes) (2008) ist das Ergebnis einer Google-Recherche über Farbechtheit, aus der elf alternierende blau monochrome Farbflächen resultieren. Die Suchergebnisse nach dem ‘International Klein Blue’ münden in Ungenauigkeit und Fehlerhaftigkeit und führen damit wieder zum Ausgangspunkt von Yves Kleins Faszination für die Farbe Blau zurück: Kontemplation.

Biografie — Ryan Barone, geb. 1985 in Gloversville, NY/US, lebt und arbeitet in Mississippi/US | Studium am College of Saint Rose und am Rochester Institute of Technology, NYC/NY/US | Ausstellungen (Auswahl): Younger Than Janis, Noble & Superior Projects, Chicago/IL/US; Waves, Serial Chillers in Paradise, online unter jstchillin.org; One Hour Photo, American University Museum at the Katzen Arts Center, Washington, D.C./US; An Immaterial Survey of Our Peers, Sullivan Galleries of the School of The Art Institute of Chicago/IL/US und online unter an immaterial survey of our peers .tumblr .com; NETescopio, Museo Extremeño e Iberoamericano de Arte Contemporáneo, Badajoz/ES und online unter netescopio.meiac.es

UBERMORGEN.COM, The Black Website (2002)

UBERMORGEN.COM
The Black Website (2002) | Webseite
www.ubermorgen.com/THE_BLACK_WEBSITE

The Black Website (2002) von UBERMORGEN.COM referenziert auf die Krise der Repräsentation, die mit dem Einzug der Fotografie in die bildende Kunst ihren Anfang nahm. Hans Ulrich Obrists Text On the Iconoclasm of Modern Art, der sich automatisch als Popup-Fenster öffnet sobald die Seite aktiviert wird, setzt Kunstgeschichte da fort, wo “das materialgebundene und objektverhaftete Paradigma (…) durch die Einsicht in die sprachliche Natur jeglichen künstlerischen Ausdrucks ersetzt (wird)” – oder in einem zusätzlichen, im Quelltext integrierten Text von Paulo Herkenhoff und im virtuellen, flüchtigen Schwarz.

Biografie — Lizvlx, geb. 1973 in Linz/AT, lebt und arbeitet in Wien/AT und St. Moritz/CH | Gründungsmitglied von 194.152.164.137 und UBERMORGEN.COM | Ausstellungen (Auswahl): NiMK, Amsterdam/NL; City Gallery, Ljubljana/SL; CCA, Tel Aviv/IL; Eyebeam, New York/US; HMKV, Dortmund/DE

Biografie — Hans Bernhard, geb. 1971 in New Haven/CT/US, lebt und arbeitet in Wien/AT und St. Moritz/CH | Studium an der Universität für angewandte Kunst, Wien/AT (Visuelle Mediengestaltung), Gründungsmitglied von the etoy.CORPORATION und UBERMORGEN.COM | Ausstellungen (Auswahl): NiMK, Amsterdam/NL; City Gallery, Ljubljana/SL; CCA, Tel Aviv/IL; Eyebeam, New York/US; HMKV, Dortmund/DE

Reynald Drouhin, IP Monochrome (2006)

Reynald Drouhin
IP Monochrome (2006) | Webseite
www.incident.net/works/ipm

Wer auch immer Reynald Drouhins Website IP Monochrome (2006) öffnet, generiert mit der IP-Adresse seines Computers unwillkürlich eine monochrome Farbfläche. Der Zahlencode der Netzwerk-Adresse wird unmittelbar in RGB-Werte und Hexadezimalzahlen übersetzt und als individuelle Farbreferenz wieder ausgegeben. Ungefragt werden die BetrachterInnen (BenutzerInnen) des Kunstwerkes zu GestalterInnen einer bis zu seiner Realisierung unbekannten monochromen Farbfläche, die als ortsgebundene Identität in einem virtuellen Netzwerk gelesen werden kann.

Biografie — Reynald Drouhin, geb. 1969 in Paris/FR, lebt und arbeitet in Paris und Rennes/FR | Studium an der Paris Fine Arts School (DNSAP) und an der Universität Paris 1/FR (Bildhauerei), Mitglied des Kollektivs Incident.net, vertreten durch www.dextergallery.com | Ausstellungen (Auswahl): Ce qui vient, Biennal d’art contemporain Rennes/FR (2010); Ghost Walk, Galerie Numeriscausa, Paris/FR (2008/2009); Sans titre, Galerie des beaux-arts, Lorient/FR (2006); Biennale de Montréal, art électronique, Montréal/ QC/CDN (2000); ISEA, Paris/FR and Chicago/IL/US (2000/1997)

Michael Kargl, all you can see (2008)

Michael Kargl
all you can see (2008) | Umgebauter Computer, Shellscript
http://michaelkargl.com/opusmagnum

In Michael Kargls all you can see (200) treffen die aus der Kunstgeschichte bekannten Reflexionen über das Ende der Malerei auf das digitale Medium und resultieren in ein zeitbasiertes Spiel aus gleichzeitiger Reduktion und Ausdehnung des Materials. Der Künstler reiht in seinem Videoobjekt das Spektrum von 17 Millionen theoretisch möglichen Farben des Computer-Bildschirms in einzelnen Frames aneinander. Das Resultat dieser Linearisierung ist ein rund acht Tage dauernder Prozess des Changierens von Schwarz zu Weiß mit einer Rate von 25 Bildern pro Sekunde.

Biografie — Michael Kargl, geb. 1975 in Hall/AT, lebt und arbeitet in Wien/AT | Studium an der Universität Mozarteum Salzburg/AT (Bildhauerei) | Ausstellungen (Auswahl): On Gaps and Silent Documents, STUK arts centre, Leuven/DK (2010), Quasi dasselbe…? Diskurse mit poetischer Funktion, Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft, Innsbruck/AT (2010), Interzone/Economy, Galerija Galzenica, Velika Gorica/HR (2009), anti-bodies, Art & Social Technologies Research, Plymouth/GB (2009), Paraflows – Utopia, MAK Gegenwartskunst-Depot, Wien/AT (2008)



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